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Die Südsee-Zuchtperle und Tahitiperle

Nachdem in Japan die Zucht von Akoyaperlen gelang, lag es nahe zu versuchen auch in den größeren Perlmuscheln der tropischen Gewässer Zuchtversuche zu wagen.
Bereits vor dem 2. Weltkrieg experimentierten Japaner auf der indonesischen Insel Celebes (heute Sulawesi) und auf dem Inselstaat Palau im Pazifischen Ozean. Die Zucht versprach Erfolg, wurde aber durch den 2. Weltkrieg zerstört.
Nach dem 2. Weltkrieg nahm man die Zuchtversuche wieder auf. In Burma, Australien, Indonesien und den Philippinen war man erfolgreich.
Die Japaner bezeichneten die Perlen, die in den südlich von Japan gelegenen Meeren gezüchtet wurden als Südsee-Zuchtperlen.
Wie bei der Zucht der Akoyaperle wird bei der Zucht der Südseeperle in die Muschel ein Perlmuttkern zusammen mit dem Gewebeteil einer anderen Muschel eingepflanzt.. Die Perlmuscheln sind sehr groß und folglich kann man ihnen auch einen sehr großen Perlmuttkern einsetzen. Die Muschel umhüllt den Kern mit Perlmutt und es entsteht eine große Perle von 10 bis 20 mm und manchmal sogar noch größer. Wegen dieser Größe und auch weil die Perlmuttschicht dicker ist als bei den Akoyaperlen wird die Südsee-Zuchtperle oft als die Königin der Zuchtperlen bezeichnet.
Heute unterscheidet man zwischen der weißen Südseeperle und der Tahitiperle. Die weiße Südseeperle wird in der Pinctada maxima gezüchtet, einer weißen Muschel, die im Durchschnitt etwa 30-40 cm groß wird. Muschelschale wie Perle können silbrige, goldene oder gelbliche Farbtöne haben.
Die Tahitiperle ist eine schwarze Südseeperle, die in einer Unterart der Pinctada margaritifera gezüchtet wird. Die Muschel wird etwa 20- 30 cm groß und hat einen dunkelgrauen bis schwarzen Schalenrand. Die gezüchteten Perlen zeigen eine reiche Farbpalette von silbergrau, grüngrau, bronzefarben bis tief dunkelgrau. Diese Perlen werden erst seit den 60iger Jahren in Französisch-Polynesien und den Cook Inseln gezüchtet. Hauptproduzent ist Tahiti.


Die Qualität einer Perle gliedert sich in folgende wertbestimmende Faktoren

Der Lüster

ist abhängig von der Beschichtung mit Perlmutt und ist das "Leben" einer Perle. Ein schönes Lüster entsteht durch einen starken Glanz und der Reflexion auf einer dichten Oberfläche und der feingegliederten regelmäßigen Wuchsstruktur des Perlmutts. Niedrige Perlqualitäten sind erkennbar am stumpfen seidenmatten Glanz.

Die Oberfläche

ist mehr oder weniger mit natürlichen Unregelmäßigkeiten versehen, sollte keine störenden Einwachsungen, Narben oder matte Flecken haben, je glatter und gleichmäßiger die Oberfläche um so wertvoller ist eine Perle. An qualitativ guten Perlen dürfen an den Bohrungen keine Risse oder Ausbrüche zu erkennen sein. Kleine Erhebungen und Flecken werden als Spots bezeichnet.;

Die Form

der Perle ist sehr selten absolut rund, daher sind diese Perlen auch entsprechend teuer. Von "semirund" spricht man, wenn die Perle nicht ganz 100%ig rund und nur ganz leicht abgeflacht ist. Barockperlen sind mehr oder weniger starke tropfenförmige Perlen. Der Querschnitt einer Buttonperle entspricht in etwa einem Oval. Aber gerade am Charme einer Barockperlkette mit einem schönen Lüster erkennt man die Exklusivität der Natur, da Imitate immer aus exakt runden oder symmetrisch unebenen Perlen bestehen.

Die Größe

ist ein entscheidendes Kriterium zur Preisbestimmung. Sie schwankt von 2 - 10,5 mm. Da es bei der Züchtung von  Perlen über 8 mm zu hohen Ausfällen kommt steigt der Wert dann überproportional an. Bei 9 mm Akoya Zuchtperlen sind nur etwa 40 % für Schmuckzwecke verwendbar.

Das obige Bild zeigt Akoya-, Süßwasser- und Südseeperlen in den Schalen der Muscheln, die zur Zucht verwendet werden. Sie sehen deutlich, wie klein und zart die Muschel ist, in der die Akoyaperle heranwachst. Dagegen ist die Süßwassermuschel viel robuster und größer. Am größten ist die Südseemuschel – so ist es nicht verwunderlich, dass in ihr Perlen bis 20mm und sogar darüber heranwachsen können.

Die Süßwasser-Zuchtperle

Süßwasserperlen werden in Seen oder kleineren Flüssen gezüchtet.
Im Gegensatz zu den Meerwasserperlen haben sie meist keinen eingepflanzten Perlmuttkern.

Die Akoya-Zuchtperle

Akoyaperlen sind Meerwasserzuchtperlen. Sie haben einen künstlichen Kern.
Die in Japan für die Zucht verwendete Perlmuschelart heißt mit ihrem lateinischen Namen Pinctada martensii. Die Japaner nennen sie Akoya-Muschel. Für die hierin gezüchteten Perlen hat sich weltweit der Ausdruck Akoya-Perlen oder Akoyas durchgesetzt.
Die Chinesen züchten im südchinesischen Meer bereits seit über 40 Jahren Salzwasserperlen guter Qualität, verkauften aber zunächst jahrzehntelang ihre gesamte Produktion nach Japan. Erst in den letzten 15 Jahre wurde überhaupt international bekannt, dass China selbst erfolgreich Salzwasserzuchtperlen erzeugt. Inzwischen arbeiten vielfach chinesische und japanische Züchter zusammen. Japanische Firmen beteiligen sich mit hohen Investitionen an chinesischen Perlfarmen und –Manufakturen

 

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